Staatsbankrott – Na und?

Schulden machen ist bekanntlich recht einfach und geht schnell von der Hand. Perfektioniert Schulden zu machen ist aber eine Gabe die nur Staaten haben. Nun geistert überall in der Welt das Thema Staatsbankrott durch die Medien. Was aber kaum einer weiß, die Staaten haben eine Art Tradition im Pleite gehen. Spanien z.B. war in seiner langen Geschichte schon 8 mal ruiniert (dies liegt daran das Phillip II. so gern Krieg gespielt hat und dies Unsummen verschlang). Österreich und auch Deutschland hat es schon 7 mal erwischt (5 davon im 18. Jahrhundert). Dagegen sehen die Italiener wie Musterknaben aus, sind sie doch erst einmal in die Pleite gerutscht.

Was für Privatleute und Unternehmen unmöglich ist, schaffen Staaten aber mit Bravour. Das Zauberwort heißt Inflation. Durch Inflation können die Schulden zum Teil abgebaut werden, in einigen Fällen sogar komplett verschwinden. So setzten die Römer nach dem ersten Punischen Krieg den Kupfergehalt der gängigen Münze von zwölf Unzen auf zwei Unzen herab und konnten ihre Schulden so mit einem Sechstel des Kapitals begleichen. Investoren sind stets bereit den ruinierten Staaten weiterhin Geld zu „leihen“ (eigentlich das falsche Wort, da sie das Geld meist nie wieder sehen). Dies liegt daran, das Staaten die drohen Pleite zu gehen sehr hohe Zinsen zahlen müssen, und eigentlich auch nicht wirklich zahlungsunfähig sind, da Nachbarländer oder andere Staaten meist bereit sind Ihren Freunden aus der Patsche zu helfen.

Das selbe Spiel erleben wir gerade bei den Griechen, die übrigens auch schon 5 mal Pleite waren. Obwohl es im EU Gesetz ein VERBOT gibt Staatshilfe untereinander zu gewähren, wird jetzt Deutschland Steuergelder dazu aufwenden um den Griechen aus der Schuldenfalle zu verhelfen. Wie das? Obwohl es verboten ist? Die Politiker wissen natürlich um das Verbot und haben sich einen Fond einfallen lassen in dem sie indirekt einzahlen und anderen Staaten helfen können. Der sogenannte EWF (Europäischer Währungsfond) wird nun also gegründet und mit Steuergeldern verschiedener Länder angefüllt. Deutschland wird auch hier wieder eine Europäische Führungsrolle einnehmen und den größten Betrag zahlen. Es geht um ca. 22  Mrd. Euro.

Doch wieso lässt man die Griechen nicht einfach Pleite gehen, haben wir doch grade gelernt das dies eigentlich gar nicht sooo schlimm ist. Nun, die Pleiten von damals sind nicht mit den heutigen zu vergleichen. Der Euro ist eine Gemeinschaftswährung die sich täglich gegen den Dollar beweisen muss. Alle Im- und Exporte werden in Dollar und Euro umgerechnet. Verliert der Euro an Wert gibt es auch Probleme Waren in anderen Ländern abzusetzen oder einzukaufen. Die Währung muss nach außen hin also Stark bleiben und dies wird man sich auch nicht durch ein kleines Land wie Griechenland kaputt machen lassen. Es wird also mit aller Macht versucht den Euro stark aussehen zu lassen, egal was es kostet. Steuergelder gibt es jeden Monat aufs Neue. Also raus mit dem Geld solange es noch was wert ist.

Retten wir also alle Staaten die sich in der Klemme befinden. Denn wie sagte Schäuble zum Thema EWF:

“Wir brauchen den EWF, weil wir strengere Regeln brauchen. Der Euro-Stabilitätspakt reicht nicht aus. Damals hat man die Möglichkeit, dass ein Euro-Staat zahlungsunfähig wird, nicht bedacht.“

Richtig so, erst lügen und betrügen und später dann noch belohnt werden dafür mit Steuergeldern aus Europa. Gut gemacht. Weiter so.

Dazu noch folgender Film:

PS: Viel spannender ist aber eigentlich nicht Griechenland, sondern Kaliforniern. Dieser Staat ist viel größer und schon lange Pleite. Aber dazu später mehr

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