Warum Silber das bessere Gold ist.

Gold steigt dieser Tage unaufhörlich in Richtung Nord-Ost. Und die Presse ist voll mit Meldungen über das Gelbe „Krisenmetall“. Ab und zu traut sich ein Redakteur auch mal etwas über den „kleinen“ Bruder zu schreiben. Die Rede ist natürlich vom Silber. Es fand bisher kaum Beachtung in der Bevölkerung, und schon gar nicht bei Investoren. Das weiße Edelmetall war günstig, und was günstig ist, ist nichts Wert. Das wusste meine Oma schon und die hatte immer Recht. Doch die Zeiten ändern sich, und Silber wird täglich mehr wert. Silber kommt aus dem Schatten von Gold hervor, und wird wohl bald Gold in den Schlagzeilen der Finanztitel ablösen.

Warum Silber statt Gold?

Weil es gebraucht wird! Denn im Gegensatz zu Gold findet sich Silber in fast allen technischen Geräten wie Plasma-TVs, Mobiltelefone, Katalysatoren und seit kurzer Zeit auch in Deos und Sprays. Es gibt hunderte Anwendungsbereiche für Silber. Es leitet Strom und Temperaturen besser als jedes andere Metall. Gold hingegen verstaubt in Tresoren und wird angehäuft, während Silber verbraucht wird. Recycling ist auch bei Silber ein wichtiger Faktor, der zur Belieferung der Industrie einen großen Beitrag liefert, dennoch können nicht 100 % wieder gewonnen werden. Bei Gold ist dies anders. Hier wird sehr großer Aufwand betrieben um jedes noch so kleine Korn zu erhalten. Das Gold in unseren Händen ist das Gold, dass es schon seit tausenden von Jahren auf der Erde gibt plus dem was neu gefördert wurde. Silber hingegen ist überall um uns herum verteilt oder wurde komplett aufgelöst bei der Verarbeitung. Soviel zur Nutzung von Silber.

Aber Gold ist mehr wert!

Stimmt! Noch ist Gold mehr wert als Silber. Aber Platin ist noch mehr wert als Gold, und von diesem Metall hört man wohl nur alle paar Jahre mal etwas in der Presse. Gold ist einfach das bekannteste Edelmetall der Welt. Aber anfangen kann man damit kaum etwas. Es dient zur Sicherung der Ersparnisse, aber auch nur weil ein anderer bereit ist mehr dafür zu zahlen als man selbst. Geht diese Macht verloren, so wird Gold wohl bald ins Hintertreffen gegenüber den „nützlichen“ Edelmetallen geraten. Ich erinnere hier an den Fall von diversen Aktien. Nur wenn am nächsten Tag jemand bereit ist mehr zu zahlen als man selbst, steigt der Kurs. Gibt es hingegen mehr Verkäufer als Käufer, so wird der Kurs Lawinenartig zusammen brechen. So geschehen auch bei den Tulpenzwiebeln damals. Verrückt, würde man heute denken, aber damals eine lohnende Investition. So wie heute Gold. Und morgen vielleicht Silber?

Der Masse nachlaufen ist nie gut.

So wie damals die Tulpenzwiebeln einen Herdentrieb auslösten, so tut dies heute Gold. Kaum einer hinterfragt die Gründe, warum Gold denn eigentlich so „teuer“ ist. Und genau so wenig hinterfragt man warum Silber eigentlich so „billig“ ist. Die unterschiedlichen Preisschilder scheinen zu signalisieren, das hier Wert und Seltenheit nur in Gold zu finden sind. Doch schaut man sich die Tatsachen genauer an, so wird man schnell feststellen das Silber das bessere Gold ist. Nur weil Silber im Moment günstig ist, heißt dies nicht das es nicht das bessere Gold ist. Die Schlagzeilen werden sich ändern, und auch das Denken der Investoren. Leider gibt es nur 5 Gramm Silber pro Erdbewohner. Die Menge an Geld die in Aktien und Derivaten, Optionen und anderen windigen Finanzwerkzeugen steckt, hätte im Silbermarkt gar keinen Platz. 25 Mrd. $ ist der Silbermarkt zur Zeit wert. Eine lächerliche Summe, wenn man sich die Summen anschaut die allein die deutsche Regierung toten Banken und maroden Staaten in den Hals wirft. Der Preis, oder die Menge müssen sich also anpassen um einen Ansturm auf Silber auszuhalten. Denn wenn das Potential von Silber erstmal erkannt ist, und Investoren versuchen ihr Geld in diesem Edelmetall zu parken, dann gibt es ein Problem. Es ist nicht genug da.

10 Gründe die für Silber sprechen.

  1. Der Besitz von Silber war in den Vereinigten Staaten noch nie verboten. Der Besitz von Gold hingegen wurde von 1933 bis Anfang 1975 unter massiver Strafandrohung kriminalisiert.
  2. Silber kommt in der Erdkruste ca. 17 mal häufiger vor wie Gold. Dadurch erklärt sich auch das durchschnittliche Gold-Silver-Ratio von 1 : 17. Aktuell steht der Gold-Silber-Ratio bei 1 : 64, was ein Unterbewertungsfaktor gegenüber Gold von knapp 3,8 bedeutet.
  3. Silber hat im Gegensatz zu Gold  eine duale Funktion. Silber gilt sowohl  als unersetzliches Industriemetall – 47 Prozent der gesamten Nachfrage vs. Gold 11 Prozent  –  aber auch als monetäres Metall. Nicht umsonst ist Silber in 14 Sprachen der Welt gleichbedeutend mit Geld. Gold ist hingegen durch die geringe Industrienachfrage fast nur als „Hortungsmetall“ gefragt.
  4. Die Marktkapitalisierung aller oberirdischen Silber Bestände – man geht von ca. 1 Mrd. Unzen aus – wären aktuell knapp 17 Mrd. USD, bei Gold (5 Mrd. Unzen) über 5.500 Mrd. USD, also einem 1/323stel. Der Gesamtbestand des ZKB Gold ETF z.B. ist mit ca. 5,4 Mrd. Euro nur ca. 5mal größer, wie der des ZKB Silber ETF mit ca. 1,07 Mrd. Euro. Es lässt sich daraus folgern, dass die Zuflüsse (in Unzen) in diesen Silber ETF um ein Vielfaches stärker sind, als wie in den Gold ETF. Es ist daher eine Frage der Zeit, bis dieses Missverhältnis explosionsartig aufgelöst wird. Trifft eine exponentiell stark steigende Investitionsnachfrage auf mehr oder weniger gleichbleibendes  Angebot, muss man kein Volkswirt sein, um die weitere Entwicklung  prognostizieren zu können.
  5. Silber hat mit 14 Jahren vs. 17 Jahre beim Gold, unter allen wichtigen Metallen die mit Abstand kürzeste Reserven Reichweite. Die Statistische Reichweite stellt das Verhältnis der derzeitigen Reserven und seiner Fördermenge (bei aktuellen Preisen) dar. Die Ressourcenreichweite, bei welcher auch der technologische Fortschritt berücksichtigt wird, beträgt lediglich noch 29 Jahre vs. 37 Jahre bei Gold. Die Gesamtgröße aller oberirdisch verfügbaren Bestände kann die Nachfrage bei Silber max. 1 Jahr lang kompensieren vs. 50 Jahre bei Gold.
  6. Silber erfährt immer mehr neue Anwendungen, durch welche neue Technologien überhaupt zum Teil erst ermöglicht werden. RFID, Nano Silber, bleifreies Löten, Brennstoffzellen, Silber Zink Batterien, Silberbeschichtungen in der Medizintechnik, Silberfäden in der Bekleidungsindustrie, etc. Silber ist durch sein Einzigartigkeit (bester Wärme- und Elektrizitätsleiter, bester Lichtreflektor, antibakteriell, etc.) nicht oder nur bedingt ersetzbar.
  7. Silber stand nominell 1980 bei knapp 50 USD. Inflationsbereinigt nach der jetzt gültigen Methode der Erhebung der Inflationsberechnung wären das 137 USD. Nähme man die Inflationsberechnungsmethodik des Jahres 1980 her, dann müßte Silber heute einen Gegenwert von über 400 USD haben, damit es seinen alten Höchststand erreicht. De facto würde das eine Unterbewertung von dem 23 fachen bedeuten.
  8. Gold hat sich in der letzten Edelmetallhausse von 1966 – 1980 mehr als ver20facht. Silber hingegen mehr als ver40facht. Historisch gesehen hat Silber daher einen Leverage von 2 auf Gold –  normalerweise sowohl nach oben als wie auch nach unten. Durch die ständig wachsende Nachfrage der Industrie ist es allerdings fraglich, ob der Leverage nach unten auch weiterhin bestehen bleibt.  Im aktuellen Bullenmarkt, der im Jahr 2001begann, hat sich Gold aber erst ver5facht und Silber gar erst ver4facht.
  9. Silber kann von staatlich Stellen mit physischem Silber kaum mehr geshortet werden, da sie über keine nennenswerten Silberbestände mehr verfügen. Ausnahmen sind vielleicht China und Indien, die aber ihre Silberbestände aus strategischen Gründen nicht mehr abzugeben scheinen. Beim Gold gibt es immer noch abgabewillige Institutionen (Bsp. IWF), dessen Gold allerdings zwar auch eher wieder in die Zentralbanken auf der Käuferseite (Bsp. Indien) wechselt.
  10. Haben sie 10.000 Euro für Investitionszwecke zur Verfügung, können sie sich ungefähr 20 kg in physischen Silberbarren leisten oder knapp 13 Unzen Gold. Bei Silber hat man schon etwas mehr in der Hand, aber auch zu tragen! Dies dient eher der Diebstahlsicherung. 13 Unzen Gold sind leichter zu stehlen als 20 Kg Silber.
    Quelle: Mag. Manfred Pitschmann
    Promoter des FS Gold & Silver Reserve Fund
    Edelmetallhändler aus Liechtenstein

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12 Kommentare auf "Warum Silber das bessere Gold ist."

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Blobse
Gast

Intressanter Artikel, habe vor einigen Wochen auch überlegt in Edelmetall zu investieren. Konnte mich aber dennoch nicht entscheiden. Ich denke obwohl die oben genannten Gründe gut fürs Silber sprechen bleibt Gold vorne. Es ist einfach schon viel zu lange in der Gesellschaft als „das metall“. Ein weiterer wichtiger punkt um die vorherschaft der metalle ist die zukünftige technologie, metalle die da gebraucht werden, werden teuerer. Zur Zeit wären das die seltenen erden in china..

dahool23
Gast

Blobse.. wie hast du dich entschieden, hast du nun zu Gold gegriffen oder wartest du noch bis es GÜNSTIGER wird???

Silber wird gebraucht, das sagst du selbst. Warum also auf Gold setzten. Aus Tradition? Ich glaube das Silber demnächst noch mächtig Wirbel machen wird. Wenn man sich die Shortpositionen anschaut, sieht man sehr deutlich, das hier noch sehr viel zu holen sein wird

Horst Kevin
Gast

@dahool23,

Warum nicht auf Gold setzen?

Ich bin zwar eindeutig PRO-Silber, aber sollte nicht auch streuen?

Bei mir hat sich im Laufe der Jahre ein Unzen-Verhältnis von 1:100 (Gold:Silber) eingependelt, was andere als viel zu geringen Goldanteil sehen.

Da ich aber immer regelmäßig kaufe, sind 3 Tube´s Silber doch ein ganz anderes „Handgefühl“, als eine Unze Gold.

dahool23
Gast

Das Gold-Silber-Ratio wird sich langfristig wieder anpassen müssen. Ob gold dabei runter oder Silber hoch geht, vermag ich nicht zu sagen. Ich denke aber das wir wie bei allen Edelmetallen in Zukunft noch viel positives hören werden.

China ist dabei auch nicht zu unterschätzen. Millionen Menschen die ein Auto, ein Handy und einen Plasma wollen. Den ganzen westlichen Kram der vollgepumpt ist mit Edelmetallen.

sonja
Gast

aber Silber ist leider nicht MwSt-befreit, das macht es doch deutlich uninteressanter…

Horst Kevin
Gast
@sonja, wenn Sie Silber steuerfrei möchten, gibt es auch die 10 Euro-Gedenkmünzen in DE, die sind sowas wie, als ob ich meine Hose mit Gürtel und Hosenträger festhalte. Lachen Sie nicht, als ich vor mehreren Jahren anfing in EM zu gehen, war ich auf Grund der „Verschwörungstheorien“ verunsichert und bin im mittleren 5-stelligen EURO-Betrag in die Silberzehner gegangen, denn damals konnte man die noch rollenweise bei Sparkassen und Banken kaufen, denn es sicherte (Hyper)Inflations- und Deflationsrisiken ab. Ich hatte zwar 100% sicher angelegt, ehe ich die Zehner zum guten Preis abstoßen konnte (bis zu 13 Euro/Stück), aber dadurch leider die… Read more »
dahool23
Gast

Horst Kevin. Toller Kommentar. Und ja die Preise von damals kennen wir alle noch gut. zugeschlagen hat damals aber keiner vollen Herzens, da die Geschichte sich gerade erst zu entwickeln begann.. Heute jedoch bereut man das man nicht mehr investiert hat bei diesen Traumpreisen.

1oz Panda 2008 gekauft für 13 Euro, heute 25 Euro wert. Die Pandas aus den ganz frühen Jahrgängen bringen noch viel viel mehr. Bei einigen fällt einem das Kinn runter wenn man sieht was dafür verlangt UND bezahlt wird.

Horst Kevin
Gast
Ja, dahool, es klingt gerade zu grotesk, denn im damaligen „Verschwörungstheorien“-Fieber, war mir nicht klar, wieso ich für eine Münze mit dem Nominal 1,50 EURO, 1 US-Dollar, 5 kanadische Dollar, 1 Dinar etc, wenn ich eine Münze in Sterlingsilber mit einer halben Unze Silber und dem Nominal 10 EURO kaufen kann, auch wenn das Silber in den Zehnern doppelt so teuer war. Man muss sich eben von den nominalen Werten geistig und emotional trennen, aber das ist wahrscheinlich ein eingebautes, psychologisches Gold-/Silberverbot mit den Nominalen. Mittlerweile kaufe ich auch nur noch historische Kleinmünzen (Wilhelm, Dukaten etc) und die 10 OZ/1… Read more »
Robert Hager
Gast

Wirklich ein sehr guter Artikel, gut zusammengefasst, besser hätte ich das auch nicht gekonnt.

Ich für meinen Teil habe ein Verhältnis von einer 1KG Münze (Kookaburra) zu 3 tubes Philharmonikern.

Denn wenn man sich später mal was anderes als ein ganzes Haus kaufen will, sind die Philharmoniker doch praktischer. Wer wird einem denn rausgeben können, mal abgesehen von FIAT?

Das Risiko mit den Investmentunzen gehe ich ein, da mir die historischen zu teuer und vor allem in größeren Mengen sehr schwer zu beschaffen sind.

dahool23
Gast

Hey Robert, der Link zu deiner Seite geht leider nicht 🙁

Ich für meinen Teil denke, das jede Unze egal in welcher Form und Prägeart, eine weitaus bessere Anlage ist als jedes Tagesgeldkonto oder sonstiges Geschwurbel. Wenn man sich überlegt das man wohl bald für 500 Unzen ein Haus kaufen kann, ist es völlig nebensächlich welche Unzen man hat. Einige könnten aber mehr bringen als andere. Die Zukunft wirds zeigen.

Robert Hager
Gast

Danke für den Hinweis, hatte bei meiner gerade beendeten FTP Session versehentlich ein paar Dateiberechtigungen verstellt. Sollte nun wieder funktionieren.

Die Definition Geschwurbel gefällt mir, das trifft es als Beschreibung wohl ziemlich genau. 🙂

Ich wünschte ich hätte auch die Zeit um ein wenig mehr Beiträge in meinem Blog zu schreiben…

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