Das Pfund unter Beschuss.
pfund Griechenland war gestern, heute gerät Großbritannien in die Fänge der Spekulanten: Sie attackieren das britische Pfund und treiben den handelsgewichteten Wechselkurs auf ein Elf-Monatstief. Die Bank of England sieht eine Kampagne des Kapitalmarkts. Das Land leidet unter einem hohen Staatsdefizit, einem hoch verschuldeten Privatsektor und dem kriselnden Hausmarkt. Premierminister Gordon Brown, der um seine Wiederwahl bangen muss, stimmt die Briten auf harte Zeiten ein. Der Aufschwung sei "brüchig" und im frühen Stadium, sagte Brown. Investoren sind zusehends beunruhigt. Das Pfund steht auf der Verkaufsliste der Devisenhändler ganz oben. Auf Monatssicht verlor die Währung neun Prozent gegenüber dem australischen Dollar, 7,8 Prozent gegenüber dem kanadischen Dollar, 4,2 Prozent gegenüber dem amerikanischen Dollar und 3,3 Prozent gegenüber dem Euro. chart Besonders skeptisch achten Anleger auf das Staatsdefizit. Wie bei Griechenland liegt der Fehlbetrag jenseits der zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Doch im Gegensatz zu Athen, das für 2010 ein rigides Sparprogramm verkündet hat, lässt sich London Zeit: Erst 2011 soll die Konsolidierung des Haushalts in Angriff genommen werden. Für das laufende Jahr wird unverändert mit einem Defizit von zwölf Prozent kalkuliert, "wobei die Prognose für das BIP-Wachstum recht optimistisch gewählt wurde", wie Volkswirte unken. Die Nettoverschuldung liege immerhin mit knapp 60 Prozent des BIP "auf niedrigem Niveau".