Die Welt auf Drachenjagd.

Wie im letzten Artikel schon geschrieben, hat die Perth Mint den lang ersehnten Lunar 2 Drachen herausgegeben. Die 1oz Version ist auf 300.000 Stück limitiert und scheint einen nie da gewesenen Run auf die Händler ausgelöst zu haben. So schossen die Preise von 38 Euro auf mittlerweile knapp 70 Euro nach oben und das, obwohl diese Münze noch gar nicht lieferbar ist. Händler und Banken witterten die Gier nach dem Drachen und sahen hier eine Chance ein schnelles Geschäft zu machen. Die Perth selbst gab den Drachen hingegen für umgerechnet 35 Euro an die Händler aus. So macht man Gewinn!

Und nun sind Sammler und solche die sich dafür halten als Siegfried der Drachenjäger unterwegs um wenigstens ein Exemplar dieser Münze zu erwerben. Die Jagd nimmt allerdings völlig groteske Formen an. So wird auf Polnischen Händlerseiten bestellt, auf der man als Deutscher meist Schwierigkeiten haben wird etwas zu verstehen, oder man sitzt stundenlang vorm PC um bei PS-Coins eine Münze zu erwischen die nur 30 Sekunden verfügbar ist, nur um am Ende doch leer auszugehen. Händler nutzen den Ansturm auch dafür um Ihre Adressdatenbanken etwas anzufüttern. So auch Emporium Hamburg, die dem Kunden eine Münze für 39 Euro verkauft… allerdings auch wirklich nur EINE pro Adresse. Andere Händler verkaufen die Münze nur wenn man weitere Waren im Wert von 600 Euro dazu bestellt. Und und und… die kreativen Ansätze sind hier schier endlos.

Schlaue User in verschiedenen Foren haben darauf hin die Banken als Heilsbringer wieder entdeckt und sind bei den Sparkassen und Landesbanken Sturm gelaufen. Diese haben die Münze teilweise für 40 Euro verkauft. Sicherlich haben die dortigen Mitarbeiter keinen blassen Schimmer woher dieses starke Interesse nach Silber auf einmal kommt, und wittern hier schon einen neuen “TREND” den sie in neuen Produkten verpackt an den Mann bringen können. Das ganz große Geschäft hatte man sich erhofft, doch dieses machen zurzeit nur die Händler, die die Münzen günstig bei der Prägestätte erworben haben und nun zum doppelten Preis an den Kunden weiter verkaufen. Freie Marktwirtschaft eben. Denn zu jedem Wucherangebot gehören nun mal auch Käufer die diese Summen bereitwillig zahlen. Und diese scheint es in Scharen zu geben.

Und so verwandeln sich Deutschlands Silberanhänger in ein Heer der Drachenjäger wie einst Siegfried in der Nibelungen Saga. Doch ob ein lohnender Schatz am Ende winkt, wird sich erst in Zukunft zeigen. Denn für jetzt erworbene 70 Euro Münzen muss es später einen Käufer geben der bereit ist dafür noch mehr zu zahlen. Bei günstigeren Lunar 2 Mäusen, die aktuell für 37 Euro verkauft werden, sehe ich da schon weit aus mehr Potential für einen Verdoppler. Beim Drachen könnte das Potential schon beim Einkauf völlig aufgebraucht sein.

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2 Kommentare auf "Die Welt auf Drachenjagd."

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Meckerkopp
Gast

Der „polnische Händler“ bietet übrigens professionellen eMail- und Telefonsupport auf englisch – auch Berichtigungen bei der Bestellung waren kein Problem! Die Britten verstehen ebenfalls was von Support, was ich bei einigen deutschen Händlern vermisse.

Ob nun Maus oder Drache – ich habe 50:50 gewichtet – von mir aus soll der Drache die Maus mit auf seinen Höhenflug nehmen. 😉

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