Will Papandreou nicht gerettet werden?

Die Debatten um Griechenland und die Folgen einer Pleite sind nun schon so pr├Ąsent in den Medien das man davon schon fast gelangweilt ist. Eine Pleite w├Ąre also eine Erl├Âsung derer die sich von den t├Ąglichen Sondersendungen und Artikeln genervt f├╝hlen.

Kaum scheint die Rettung Griechenlands abgefeiert zu sein, kommt┬áPapandreou mit einem echten Hammer-Vorschlag um die Akropolis-Ecke. Er will das sein Volk dar├╝ber entscheidet, ob es weitere Hilfen annehmen will und damit weitere Sparauflagen ertr├Ągt. Eigentlich eine fast rhetorische Frage. W├╝rde man eine Umfrage dar├╝ber machen ob jeder 100 Euro geschenkt bek├Ąme, k├Ânnte man sich das Ergebnis wohl ├Ąhnlich bunt ausmalen. Nat├╝rlich ist das Volk an seiner Schmerzgrenze angelangt und wird weiteren Sparma├čnahmen NICHT zustimmen.

Die Folgen f├╝r Griechenland sind wohl klar. Eine negative Entscheidung des Volkes w├╝rde dazu f├╝hren, dass Gelder zur├╝ckgehalten werden und eine Pleite unabwendbar ist. Dies k├Ânnte dazu f├╝hren, dass die Griechen sowohl die EU als auch den EURORAUM verlassen m├╝ssten. Eventuell keine schlechte Wahl. Das Volk bekommt hier zum ersten mal seit 1974 die Chance den Weg selbst zu bestimmen.

Die EU ist geschockt von diesem Schritt, sah man doch gerade wie die Kurse sich einigerma├čen wieder erholten. Der Schuldenschnitt von 50% wird wohl dann nicht ausreichen. Es werden wohl oder ├╝bel 100% werden m├╝ssen. Eventuell ein guter Weg um sich der Schulden zu entledigen und dem EURO “LEBE WOHL” zu sagen. Doch vor das Volk stellt auch der Erfinder der Demokratie den Staat.

Damit ein Referendum ├╝ber entscheidende nationale Angelegenheiten stattfinden kann, muss nach der griechischen Verfassung zun├Ąchst das Parlament mit absoluter Mehrheit zustimmen. Dann erst kann der Pr├Ąsident die Volksabstimmung offiziell ausrufen. Damit das Ergebnis g├╝ltig ist, m├╝ssen sich mindestens 40 Prozent der Wahlberechtigten beteiligen. Im 20. Jahrhundert hat es in Griechenland insgesamt sieben nationale Referenden gegeben. Fast alle hingen mit der Monarchie zusammen.

Der Ruf nach einem Referendum k├Ânnte ein Umweg f├╝r Papandreou sein, die Last als Premier loszuwerden.

Ein direkter R├╝cktritt kommt f├╝r Papandreou wohl nicht in Frage. Er kommt aus einer stolzen Familie, schon sein Vater Andreas war Premier in Griechenland, der Name Papandreou hat das Land gepr├Ągt wie kein anderer. Einfach aufgeben in dieser Situation ÔÇô das l├Ąsst die Familienehre kaum zu.

Schon am Freitag stellt er sich der Vertrauensfrage. Verliert der Griechen-Premier, wird es alles Voraussicht nach Neuwahlen geben. Gewinnt er die Vertrauensfrage, kommt im Januar das Referendum. Aber schon jetzt gibt es etliche Abgeordnete seiner Partei, die ihm das Vertrauen entzogen haben.

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Boris
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Eine Entwicklung dahin, dass B├╝rger eines Staates direkt ├╝ber das Vorgehen entscheiden k├Ânnen, wenn es kritisch wird, k├Ânnte aber wirklich ein Zukunftsmodell sein. Vielleicht regiert uns dann nicht mehr der Markt.